Schade - SPEAKER'S CORNER - LDFF - Sönd Willkomm!!!

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Schade

LDFF - Sönd Willkomm!!!
Herausgegeben von in Beruf ·
Das ist alles, was ich dazu sagen kann! Schade, schade, schade. Es hätte mir echt Spass gemacht und auch der anderen Seite Vorteile gebracht – nicht, dass die Gegenpartei nun Nachteile deswegen hätte.

Georges Gschwellti*, einer von mehreren Abteilungsleitern bei einem systemrelevanten (wurde in den Gesprächen immer wieder hervorgehoben und muss folglich wichtig sein) Finanzdienstleister, teilte mir am 5. Dezember per Mail mit, dass man mir für das spannende Gespräch danke, sich jedoch entschieden habe, nicht mit mir in eine zweite Runde zu gehen.

Soweit alles in Ordnung und nachvollziehbar.

Auch der erste Teil der Begründung, nämlich, dass man sich eine Kandidatin / einen Kandidaten wünscht, welche / welcher bereits mehr Erfahrung im konkreten Umfeld mitbringt, ist für mich durchaus nachvollziehbar und ein absolut fairer Punkt, der mit entsprechender Transparenz übermittelt wurde.

Der zweite Teil dann jedoch stösst sauer auf. Man glaubt nämlich, nach knapp zwei Stunden Gespräch zu wissen, wer ich bin, wo ich mich 'zu Hause' fühle, welcher Bereich mir liegt und ignoriert dabei vollständig, dass ich mich auf die Stelle bewarb und auch nach dem ersten Gespräch – in dem man mir bereits mitteilte, dass es um Analyse in einem eher serviceorientierten Bereich der Bank handelt – meine Bewerbung nicht zurückzog. Wörtliches Zitat aus dem Ablehnungsmail: "…, dass Sie selber in „front-nahen“ Themen auf die Dauer eher zu Hause sind."

Nun, was stimmt hier nicht?
 
  1. Vor dem physischen Treffen in St. Gallen gab es ein knapp 30-minütiges Telefongespräch zwischen G.G. und mir. Bereits anlässlich dieses Gesprächs machte ich deutlich, derzeit im konkreten Umfeld noch keine (oder nur sehr wenig) Erfahrung zu haben. Somit war ich bereits damals sehr transparent, was eigentlich zum damaligen Zeitpunkt schon zu einer Absage seitens des Finanzinstituts hätte führen müssen (Absagegrund eins).
  2. Anlässlich des physischen Treffens in St. Gallen bestätigte ich nur nochmals, was ich einerseits in meiner Bewerbung geschrieben habe und andererseits anlässlich der telefonischen Besprechung vertiefte. Neue Erkenntnisse kamen für die beiden Gesprächspartner keine zutage. Folglich war die Einladung zu einem Gespräch grundsätzlich überflüssig, man könnte sie, retrospektiv, auch als Schikane bezeichnen.
  3. Es wird mir gesagt, wo ich mich 'zu Hause' zu fühlen habe. Das liebe ich doch am Meisten, wenn wildfremde Personen meinen, sie müssen mir sagen, wie ich mich zu fühlen habe. Nicht nur, dass dies nach bloss einmal knapp zwei Stunden unmöglich ist, ist es des Weiteren eine Frechheit. Führungskräfte sollten wissen, dass Feedback nie unaufgefordert gegeben werden darf, sondern angefragt wird (und zwar von derjenigen Person, welche Feedback erhält). Das jedoch habe ich nicht getan.
  4. Wie bereits erwähnt, kann ich nachvollziehen und problemlos akzeptieren, dass besagtes Finanzinstitut einer im Thema versierteren Person den Vorzug gibt. Dagegen spricht überhaupt nichts; ausser vielleicht zwei ganz minime, allgemeine Punkte.
a)   Erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten ein. Dies versetzt
      sie in die Lage, Problemstellungen nicht nur aus der Materie selbst heraus zu betrachten, sondern umfassender zu
      analysieren und folglich tragfähigere Lösungen zu erarbeiten / präsentieren.
b)   Meine Erfahrung zeigt, dass ganz grundsätzlich eine hohe Flexibilität von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gefragt
      wird. Offensichtlich scheint dies in vorliegendem Falle jedoch nicht zu gelten, zumindest dann nicht, wenn diese
      Flexibilität von der arbeitswilligen Person ausgeht und nicht vom Arbeitgeber selbst eingefordert wird.

Zusammenfassend stelle ich fest, dass ich froh bin, meinem Bauchgefühlt gefolgt zu sein und bereits vor beinahe einer Woche dem intern an mich herangetragenen Angebot zugesagt zu haben. So erspart mir die Absage von G.G., dem Finanzinstitut, welches er vertritt, mitzuteilen, dass ich meine Bewerbung selbst im positiveren Falle zurückzöge.

Ach ja, noch ein Punkt für G.G. (er sagte mir, meinen Blog zu lesen – oder zumindest gelesen zu haben), meine neue Funktion wird im Bereich des Datenschutzes und der Datenhaltung bei Banken sein. Also nicht sehr 'front-nahe'; ich bleibe meiner Bereitschaft zur Flexibilität und zur Veränderungsbereitschaft treu!

Wie gesagt, ich entscheide selbst, ob für mich ein Thema interessant ist oder nicht!

*Name geändert.

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